Der Sommer 1931 war wieder ganz dem jungen Bootsverleih gewidmet. Arbeit gab es genug, denn auch im Yachtclub war die Anzahl der Boote inzwischen ansehnlich und nach den vielen Rennfahrten waren immer wieder Reparaturen notwendig.
Im Dezember 1931 wurde im Yachtclub der ersehnte Sohn Leopold jun. geboren.
In diesem Winter baute Leopold die 15er Segelyacht „Amazeroth“ M – 717 fertig, die der Silberschmied von Mondsee, Max Reisinger, begonnen und mit deren Fertigstellung er den Bootsbauer beauftragt hatte.
Mit seinem Nachbarn, dem Fischenhauser, führte der Bootsbauer viele gemeinsame Gespräche über den See, Land und Leute. Beim gemütlichen Bier wurden viele Abende zu regen Diskussionsrunden der beiden „Seebären“. Der Fischenhauser, der mit seinem Einbaum jeden Tag auf den See hinausfuhr, um seine Fischernetze zu leeren, hatte wohl zu verschiedenen Dingen seine sehr eigene Meinung, was die Gespräche für beide so besonders interessant machte. Leopold trug dabei immer noch seine blaue Kapitänsmütze, ohne die ihn kaum jemand zu Gesicht bekam.
Hochschwanger fuhr Emilie im Sommer 1935 die Ruderboote jeden Tag vom Yachtclub zur Kaipromenade und am Abend wieder zurück, obwohl sie noch immer nicht schwimmen konnte! Oft kam es vor, dass die Mondseer Spaziergänger ihr zuriefen, doch am Ufer zu bleiben. Besonders, wenn die dunklen Wolken im Westen auf stürmisches Wetter schließen ließen. Doch Emilie kannte keine Angst vor dem See, sie wusste um das Wetter und vor allem – sie hatte ja keine andere Wahl! Am 3. Juli kam Tochter Klara zur Welt.
Im Jahr 1938 erhielt Leopold Hemetsberger die „Konzession zur Bereitstellung eines Benzinmotorbootes für Fahrgäste auf dem Mondsee mit dem Standort Mondsee“ und fuhr fortan auch Gäste mit seiner Motorzille am Mondsee spazieren. Die große Holzzille konnte einige wenige Fahrgäste aufnehmen und Leopold begann, den Gästen die Sehenswürdigkeiten rund um den Mondsee näher zu bringen. Er erzählte von den Bergen, von Land und Leuten und zeigte ihnen die schönen Uferbereiche des Sees. Es gab allerdings nicht viele Gäste und so waren diese Bootsfahrten nur ein kleiner Nebenerwerb.
Der kleine Leopold half bereits seiner Mutter beim Vermieten der Ruderboote und Klara war ebenfalls am Kai meist mit dabei. Als sie einmal beim Aufhalten eines Ruderbootes ins Wasser fiel und klatschnass von ihrer Mutter aus dem See gezogen wurde, gab es nach einem ordentlichen Klaps auf den Po den einsamen Heimmarsch zum Yachtclub, die Rüge des Vaters und Hausarrest für den Rest des Tages noch dazu. Ja und so saß sie todunglücklich am Fenster der kleinen Wohnung im Yachtclub-Gebäude und blickte sehnsüchtig zur Kaipromenade, wo ihre Mutter die Boote vermietete.



